Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau 2018

 
 

Regelmäßige Projekte des Fachbereichs

JahrgangLehrplanthemaAktion / Projekt / Vortrag
Jgst. 6

Workshop im FLG

Ägypten

Workshop im FLG

Experimentalarchäologe: Steinzeit

Ägyptisches Museum München

Die Römer in Bayern

Jgst. 7

Stadt im Mittelalter

Stadt in der Frühen Neuzeit

Absolutismus und Barock

geführter Stadtspaziergang München

Augsburg und die Fuggerei

Schloss Nymphenburg

Jgst. 8

Landesausstellung Ingolstadt

Erster Weltkrieg

Napoleon und Bayern

Armeemuseum Ingolstadt

Jgst.9

NS-Zeit

 

 

 

Seminar in Wildbad Kreuth

KZ Gedenkstätte Dachau, Besuch

Todesmarsch-Gedenkzug Verein Gedenken im Würmtal

Holocaust-Überlebender Zwi Katz aus Israel am FLG

NS Dokumentationszentrum München

IS-Terror und Gefahrenlage

Jgst. 10

AG Politik+Zeitgeschichte

25 Jahre Deutsche Einheit

5 Tage Berlin, Bundestag, DDR-Geschichte

Experten der Hanns-Seidel-Stiftung

Q11

Bayerische Landespolitik

Nahost-Konflikt

MdL Schreyer-Schäublein am FLG

Eine Palästinenserin erzählt aus dem Alltag

Q 12

Sicherheitspolitik

Heiliges Römisches Reich

Außenpolitik der USA

Jugendoffizier der Bundeswehr am FLG

Ewiger Reichstag, Regensburg

Prof. Hünemörder am FLG

 

Vortrag von Faten Mukarker

Faten Mukarker lebt mit ihrer Familie in Beit Jala, einem Nachbarort von Bethlehem. Aufgewachsen in Deutschland kehrte sie als junge Frau nach Palästina zurück, um zu heiraten. Mit ihrem Mann und vier kleinen Kindern durchlebte sie die Schrecken der ersten Intifada und des Golfkriegs. Nun steht Palästina wieder im Brennpunkt einer Intifada, der sog. Al-Aqsa-Intifada, die seit Herbst 2000 das Land erschüttert.

In den Medien wird über Anschläge und Gegenreaktionen immer knapper informiert, über den Alltag in diesem unerklärten Krieg aber erfahren wir so gut wie nichts.

Als christliche Palästinenserin schildert Faten Mukarker in ihren Vorträgen das Leben zwischen nationalen und religiösen Grenzen und erzählt in ihrer eindringlichen und einprägsamen Art von dem sehr spannungsvollen Alltag, was z. B. eine mehrwöchige Ausgangssperre, was Wasserrationierung in einem subtropischen Land bedeutet, berichtet aber auch davon, wie die Gewalt Land und Menschen verändert. Trotz Gewalt und Terror, die derzeit auf beiden Seiten die Oberhand zu behalten scheinen, sieht auch sie die einzige Chance für die Zukunft der Region in Friedens- und Versöhnungsbereitschaft, die von beiden Seiten kommen muss.

Solange Pilger und Touristen ins Heilige Land kamen, hat Faten Mukarker diese zu sich nach Hause eingeladen und über das Leben in Palästina erzählt. Seitdem die Touristen ausbleiben, kommt sie nun ihrerseits nach Deutschland und berichtet in Kirchgemeinden, Volkshochschulen, Akademien, Schulen usw. über ihre Heimat.


Literaturhinweis: Faten Mukarker: Leben zwischen Grenzen. Eine christliche Palästinenserin berichtet (Edition Zeitzeugen); Karlsruhe: Hans Thoma Verlag 1999
Quelle: Faten Mukarker - Porträt und Texte - Erhard Arendt
www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen.../Faten_Mukarker_

 

Vortrag von Zwi Katz

Zwi Katz entstammt einer jüdischen Familie aus Litauen. 1941 hatte seine glückliche Kindheit ein abruptes Ende. Als Jude durfte er nicht länger das Gymnasium besuchen und schwebte nun in ständiger Todesgefahr. Katz überlebte alle Schrecknisse: Pogrome, Ghetto, den Terror der Einsatzgruppen, KZ und Todesmarsch. Am 2. Mai wurde er von den Amerikanern befreit. Jedes Jahr kommt Katz in Erinnerung an den Todesmarsch und die Befreiung durch die Amerikaner nach Deutschland und spricht in Schulen bei Veranstaltungen.

Sein Besuch am 30. April vermittelte den Schülern der 9. Jahrgangsstufe den Eindruck, wie es war im Lager und danach zu überleben.

 

Letzte Tage in Wildbad Kreuth

Unsere Schüler aus dem WSW-Zweig gehörten im Dezember zu den letzten Gästen, die  in den Genuss der Gastfreundschaft der Hanns-Seidel-Stiftung kamen. Im Januar eine letzte Klausur der hohen bayerischen Politik – dann beginnen neue Zeiten.
Vier Jahrzehnte lang wurde der Ort im Kreis Miesbach, wo schon der Kaiser Erholung suchte,  für die politische Bildungsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung genutzt.  Ende März wird es an die Wittelsbacher zurückgegeben.  2016 will ein noch unbekannter Investor ein edles Tagungshotel im 200 Jahre alten Wildbad errichten.
Mit der Sozialkunde-Klasse von Frau Lawo, begleitet von Frau Sachs, ebenfalls Sozialkunde, Herrn Barthel, Wirtschaft und Recht,  und Herrn von Oy waren über 50 FLG-Schüler zwei Tage lang zu Vorträgen politscher Experten eingeladen,  anstrengend und lehrreich zugleich.
Nikolaus Schmeja,  Bundeswehr-Oberst a.D. , konnte aus zahlreichen Einsätzen und Reisen im arabischen Raum berichten. Peter Bauch, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter  im Bundestag die politischen Entscheidungen der letzten Jahre begleitete, referierte zum Thema Meinungsvielfalt in sozialen Netzwerken.  Jugendliche, die vom sich vom  Extremismus angesprochen fühlen, scheinen uns nicht mehr ganz so weit entfernt. Christopher Huptas, Biologe,  schließlich dokumentierte die Gefahren von Bioterrorismus anhand von Giften und Krankheitserregern. Die präsentierten Beispiele waren zum Schaudern angetan, aber nicht reißerisch, sondern sachlich dargelegt.
Toben im Schwimmbad und Kartenspielen im Bierkeller sind nun vorbei. Die Hanns-Seidel-Stiftung hat unseren Schulalltag um zwei besondere Tage ergänzt und Neugierde auf politische Themen geweckt.
Angelika Lawo für die Fachschaft Geschichte und Sozialkunde

 

Totengedenken im Jüdischen Friedhof Gauting

Sonntag, 22. November 2015, 14.00 Uhr - Gauting, Planegger Straße 26

Wir gedenken der jüdischen KZ-Häftlinge, die Verfolgung, Zwangsarbeit und Todesmärsche überlebten, aber nach ihrer Befreiung vor 70 Jahren an den Folgen der unmenschlichen Haft starben.

Diese Menschen ruhen in unserer Würmtaler Erde - ohne Angehörige, die ihrer gedenken könnten. Wir ehren diese letzten Opfer der Nazidiktatur im Sinne der Nächstenliebe.

Zu dieser Trauerfeier im Jüdischen Friedhof von Gauting laden wir Sie herzlich ein.

Christen gedenken jüdischer Opfer
Einführung durch Sabine Baumgartner.

Jeder Mensch hat einen Namen
Schülerinnen und Schüler des Otto-von-Taube-Gymnasiums in Gauting, des Kurt-Huber-Gymnasiums in Gräfelfing und des Feodor-Lynen-Gymnasiums für Krailling, Neuried und Planegg lesen die Namen aller 171 Toten.

Kaddisch
Unser Mitglied, Dr. Eliezer Pankiewicz, spricht das Totengebet, und schildert das Schicksal seiner Familie in Polen während der SS-Herrschaft.

Steine der Erinnerung
Nach jüdischer Sitte legen wir Steine auf die Gräber.

 

Prof. Dr. Walter Fürnrohr

Gesellschaft für Archäologie

Gauting

 

Dr. Jan Mühlstein

Liberale Jüdische Gemeinde

Lochham

 

Sabine Baumgartner

Evang.Luth. Kirchenvorstand

Waldkirche Planegg

 

Hans Joachim Stumpf

Otto-von-Taube-Gymnasium

Gauting

Karl  Rom

Überlebender KZ Kaufering

Gedenken im Würmtal e.V.

Dr. Friedrich Schreiber

Gedenken im Würmtal e.V

Gräfelfing

 

Veranstaltungen zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit

Geschichtslehrer dürfen selten von einem Happyend berichten: 25 Jahre Deutsche Einheit, das glückliche Ende der deutschen Teilung, aber sind ein Grund stolz zu sein.
Zu diesem Anlass fanden drei Seminare für die Jahrgangsstufe 10 und 11 statt. Am 1. Und am 20. Oktober berichtete der Politologe Karst Pfeifer von den wunderbar friedlichen und schnellen Umwälzungen im deutschen Osten. Von den Kriegsängsten zu Zeiten des Kalten Krieges, von Mauertoten und den Stasiopfern hin zu den Helden von Leipzig. Ein Einzelner, der persönlich die Initiative ergriff, Kurt Masur, hatte entscheidenden Anteil daran, dass ein Blutbad verhindert wurde. Wie oft spielte der Zufall entscheidend mit: Etwa bei Verkündung der Reiseverordnung durch den Genossen Schabowski, der sich ja nicht bewusst war, dass seine Worte als Startschuss interpretiert wurden: Die Mauer ist gefallen.
Das alles machte der Referent in einer Geschichtserzählung lebendig und nachvollziehbar.
Wir danken der Hanns-Seidel-Stiftung, die uns diese gewinnbringende Veranstaltung ohne Kosten für unsere Schüler ermöglicht hat.
Angelika Lawo

 

Die Entstehung des „Planegger Pluto“: Eine historische Zeitschrift der Klasse 8D (Schuljahr 2012/13)

In einem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt gestaltete die Klasse 8D gemeinsam mit ihrer Deutsch- und Geschichtslehrerin Frau Eckl eine historische Zeitschrift. Dabei untersuchten die Schülerinnen und Schüler anhand von Archivalien und darstellenden Texten zunächst die Lebensumstände der Gemeinde Planegg in der Frühen Neuzeit. Berücksichtigung fanden verschiedene gesellschaftliche, politische und kulturelle Bereiche, die die historische Realität wieder lebendig werden ließen, wobei auch eigene phantasievollen Ideen miteingebracht werden durften. Beispielsweise setzte sich eine Gruppe mit der damaligen Schulsituation auseinander und führte ein fiktives Interview mit dem gleichaltrigen Schüler Thomas Lanz, der auf diese Weise von seinem Alltag berichteten konnte. Dabei sorgten gerade die Regeln, die die Sitzordnung betrafen, bei den heutigen Schülern für einiges Unverständnis und nachträgliche Solidarität mit den früheren „Leidensgenossen“: So mussten die Fußsohlen für die Dauer des Unterrichts mit der ganzen Fläche am Boden aufliegen, der Oberkörper durfte nur leicht nach vorne geneigt werden und die Arme hatten sich in einem bestimmten Winkel zum Tisch zu befinden.

Aber auch ein Wandertheater besuchte scheinbar zu dieser Zeit die Gemeinde, dessen Aufführung für helle Begeisterung sorgte – zumindest dank der Vorstellungskraft der Autorinnen der Sparte „Kulturelles“. Erwähnung fand auch der Spendenaufruf für eine neue Kirchenglocke und die Einführung des Kartoffelanbaus Anfang des 19. Jahrhunderts. Dennoch fehlte es auch nicht an kritischen Stimmen, die die Probleme der Frauen in der Frühen Neuzeit lebendig vor Augen führten.

Des Weiteren wurde in einer Fortsetzung ein historischer Vergleich zu den Lebensumständen der Planegger zur Zeit der Industrialisierung gezogen. Dabei ist sicherlich der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Pasing und Starnberg erwähnenswert, der die Gemeinde in der Region vernetzte und das Würmtal zu einem gern besuchten Refugium der Städter werden ließ.

Außerdem wurde die graphische Gestaltung, das Zeichnen eines Logos und die kreative Schreibform, in der die Ergebnisse präsentiert und in das Gesamtbild der Zeitschrift eingefügt wurden, von den Schülerinnen und Schülern selbst bestimmt und umgesetzt. Ein kompetentes Redaktionsduo – Michaela Fessel und Sarah Uhlmann – lenkte die Geschicke des stundenweise stattfindenden Jour fixe und delegierte die zu erledigenden Aufgaben an ihre mitarbeitenden und -schreibenden Journalistengruppen.

Katharina Eckl

 

DER WEIßE-ROSE-WETTBEWERB der Weiße Rose Stiftung e.V. - Ein Projekt der Klassen 9B und 9E (Schuljahr 2012/13)

Zu einem kreativen Umgang mit dem Erbe der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ forderte die Weiße Rose Stiftung e.V. Ende 2012 zu ihrem 25-jährigen Bestehen die bayrischen Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse auf, um Impulse für Menschenwürde, Toleranz und individuelle Verantwortung zu setzen.

Die Klasse 9B stellte sich der Herausforderung, indem sie das Drehbuch zu einem Kurzfilm mit dem Titel „Ein seltsamer Traum“ erarbeitete. Darin entkommt eine Schülerin dem langweiligen Geschichtsunterricht ihrer Lehrerin Frau Eckl dadurch, dass sie sich in einen Tagtraum flüchtet. In diesem macht sie eine ungewöhnliche Bekanntschaft mit einem fremden, jungen Mann, der ihr nach dem Zusammenstoß mit einem Rüpel wieder auf die Beine hilft und mit ihr ein Gespräch über Zivilcourage und die Taten der Weißen Rose führt. Aufgeschreckt durch das Läuten zum Stundenende stellt die aufgewühlte Schülerin fest, dass der Fremde aus ihrem Traum Hans Scholl selbst gewesen ist. Angeleitet durch das umtriebige Technikteam der 9B barg auch die filmische Umsetzung in der Schule und am Pausenhof keine nennenswerten Probleme, sodass ein gelungener Kurzfilm in Eigenregie abgedreht werden konnte.

Für einen anderen medialen Zugang entschied sich dagegen die Klasse 9E, die eine zeitgenössische Gesprächsrunde in einer lokalen Radiostation nachstellte. Eingeladen war neben dem Münchner Oberbürgermeister Karl Fiehler auch Sophie Scholl, die sich tapfer den Anschuldigungen des Moderators und des Politikers erwehrte. Selbst als Adolf Hitler selbst zum Hörer greift und sich einmischt, bleibt die junge Studentin ruhig und erhält gegen Ende der Sendung doch noch Unterstützung durch eine anonyme Sympathisantin, die sich ebenfalls telefonisch in die Diskussion miteinbringt. Dennoch endet das mutige Auftreten Sophies tragisch – live können die Hörer miterleben, wie die Weiße Rose-Aktivistin von Gestapomännern noch im Studio verhaftet wird.

Beide Beiträge stehen nun der Weißen Rose Stiftung e.V. und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit für einen pädagogischen Einsatz zur Verfügung, die die Beiträge in einem Schreiben an die Schule würdigten. Außerdem konnte die Klasse 9E mit ihrem Radiobeitrag unter 29 Einsendungen den 3. Platz des Wettbewerbs für sich entscheiden. Gemeinsam mit dem Leiter der Fachschaft Geschichte Herrn Schulz und ihrer Geschichtslehrerin Frau Eckl sind die Schülerinnen und Schüler der 9E zur Preisverleihung Mitte Juli ins Kultusministerium eingeladen worden. Dabei nehmen diese auch ihr Preisgeld in Höhe von 200€ entgegen, welches sie in Absprache mit der Schule frei einsetzen dürfen.

Katharina Eckl