Was? Am Mittwoch gibt es was zu feiern?

Nicht nur Deutschland, sondern auch der Rest der Welt, scheint Probleme damit zu haben, Menschen so zu akzeptieren wie sie sind. Lehrer, die fest davon überzeugt sind, bei uns gäbe es die gleichgeschlechtliche Ehe, oder denken, Transgender zu sein, wäre ein Trend aus Amerika, sind keine Seltenheit. (hier geht es um alle unter dem Regenbogen)
Während wir uns weiter mit Horst Seehofer rumschlagen dürfen, ist die USA vorausgestürmt und hat Ehe für alle geöffnet. Nicht nur da schneiden sie besser ab als wir, auch ihre jährlichen Paraden an wichtigen LGBT-Tagen, wie die Gay Pride Parade, fallen größer, eindrucksvoller und generell spektakulärer aus als unsere.

Ein Tag, von dem so gut wie niemand in Deutschland weiß, dass er existiert, ist der International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia. Der sogenannte IDAHOT wird seit 2004 genutzt, um Politik, Medien und die generelle Öffentlichkeit auf die Diskriminierung gegenüber Homosexuellen bzw. LGBT Menschen aufmerksam zu machen. Er wird in mehr als 120 Ländern gefeiert, von denen es in 37 illegal ist, homosexuell zu sein. Der diesjährige IDAHOT hat das Motto Love Makes A Family, wobei vor allem auf die Rechte für LGBT Eltern eingegangen wird und die Vorurteile gegenüber sogenannten Rainbow Families abgebaut werden sollen. Außerdem wird die Rolle der Familie als Unterstützung und Einfluss auf das Wohlergehen von LGBT Menschen diskutiert.

Viele Familien, hauptsächlich konservative, haben immer noch Probleme damit zu akzeptieren, dass ihre Kinder nicht „normal“ sind, was sich erheblich auf das Leben und die Gesundheit des Kindes auswirken kann. In Canada zum Beispiel, werden durchschnittlich 26% aller Mitglieder der LGBT-community von ihren Eltern verstoßen, wenn sie sich outen. In stark radikal religiösen Teilen Amerikas sind auch noch Konversionstherapien verbreitet, bei denen mithilfe von verschiedenen Methoden, beispielsweise Elektroschocks, einer Person ihre Homosexualität abgewöhnt oder diese „geheilt“ werden soll. Diese Therapien basieren darauf, dass früher, und in manchen Ländern auch noch heute, viele Menschen der Ansicht waren, Homosexualität wäre eine psychische Erkrankung. Homosexualität stand noch bis 1992 als mentale Krankheit auf dem Index der World Health Organisation. All diese Themen werden beim diesjährigen IDAHOT angesprochen und es soll auf Demonstrationen und Feiern darauf aufmerksam gemacht.


Bis jetzt gibt es in Deutschland leider nur vereinzelt Veranstaltungen in größeren Städten wie Berlin oder Hamburg, obwohl hier die Rechte von LGBT Menschen eingeschränkter sind als in Amerika. Leider bleibt jedoch eine konkrete Veranstaltung zum IDAHOT in München aus. Vielleicht würden größere Demonstrationen häufiger im Jahr die Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe vorantreiben und es würde schneller Gleichberechtigung für alle erreicht werden. Deshalb ist es wichtig, dass der 17. Mai auch bei uns als wichtiger LGBT-Tag anerkannt wird, mehr Leute von ihm erfahren und er weiterverbreitet wird. In ein paar Regionen finden Rainbow Flashmobs statt und zum Beispiel in Jena gibt es ein IDAHOBIT Festival, das aus einem Straßenumzug, Live-Bands und mehreren Filmvorstellungen besteht.

Ein Schritt in die richtige Richtung, um die Themen des IDAHOT auch in München anzusprechen, ist das diesjährige Queer-Film-Festival am 19. und 20. Mai. Beim QFFM werden über zwei Tage hinweg verschiedene Kurz- und Spielfilme mit LGBT Charakteren gezeigt, die auch schon in den USA Preise gewonnen haben. Vorbeischauen lohnt sich also definitiv.
Es wäre dennoch ein großer Fortschritt für unsere LGBT-community, wenn es zukünftig auch eine Feier in München geben würde. Außerdem… wenn Russland es schafft, kriegen wir das bestimmt auch hin.

Vielen Dank für diesen Gastbeitrag von Lena – feotime(s)

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