Nicht so magic – Kommentar zur Street Art Austellung

Tags, Eddings, Dosen, Sticker und viel Graffiti- alles Dinge die zu einer oft politischen Underground Szene gehören. Dinge die man an der Donnersbergerbrücke, um den Goetheplatz, vielleicht in Berlin oder New York erwarten würde. Gesprayt und geklebt von den Außenseiter*innen, den Benachteiligten, den Querulant*innen einer Gesellschaft.


Jetzt findet sich das alles im Olympiazentrum, Straßenkunst für 9€ ermäßigt und 15€ regulärer Preis. Die Graffitos sind unpolitisch auf Stickern steht höchstens „Fight Antisemitism“, aber was hätten auch Antikapitalistische Sticker in einer solchen Ausstellung zu suchen? Es wurden Graffiti Künstler*innen eingeladen um auf großen Wänden ihre Graffitos zu reproduzieren und die sind großartig. Es hängen Mülleimer an Wänden und über Lautsprecher dringen anstrengende Regen, Polizei und Verkehrsgeräusche auf die Besucher*innen ein. Trotz allem Bemühen fühlt sich alles an wie Hippies im Unternehmensberatungsbüro, die Straßenkunst auf sterilen Wänden verliert seine Glaubwürdigkeit. Nur Banksys Ratten in hübschen Bilderrahmen sehen aus wie eine Parodie auf die gesamte Veranstaltung.

Vor der Ausstellung besteht die Möglichkeit mit Eddings selbst zu taggen, aber ein Schild bittet darum das nur im vorgegebenen Bereich zu tun. Was würde wohl passieren wenn Graffiti Künstler*innen das Ticket Verkaufsbüro ansprayen würden?
Das einzig Versöhnliche an dieser paradoxen Ausstellung ist die Hoffnung, dass Street Art zunehmend als Kunstform akzeptiert wird.

Wer trotzdem Lust hat die Ausstellung zu sehen, findet hier alle Infos.

Und wer kein Geld und keine Lust hat das zu unterstützen, findet hier Street Art Spots in München.

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