Mehlwürmer – die Retter der Welt?

Wer einmal Mehlwürmer in seinem Essen findet, hegt verständlicherweise eine große Abneigung gegen sie. Allerdings könnten genau diese kleinen Tierchen die Rettung unseres Planeten sein.

Plastik – ein Alleskönner?

Jährlich werden 300 Mt (= 300 000 000 000 kg) Plastik produziert. Kein Wunder. Schließlich hat Plastik viele praktische Eigenschaften: es ist wasserdicht, formbar, farbig oder durchsichtig, relativ stabil und dabei auch noch leicht.

In kaum einem Alltagsgegenstand ist kein Kunstoff enthalten:

Flaschen, Tüten, Spielzeug, Brotzeitdosen, Stifte, Kochlöffel, Folien, Verpackungen, Telefone, Zahnbürsten, Bügel, Steckdosen, Stofftiere, Lineale, Heftumschläge, Handyhüllen, Mülleimer, Kabel, Werkzeuge, Mülltüten, Maschinen, Tintenpatronen,…

Vieles davon wird aber nach einmaliger Verwendung sofort weggeworfen. Und was passiert mit dem anfallenden Plastikmüll? Weltweit werden nur 3% davon recycelt, in Deutschland sind es immerhin 45%.

Einfach ins Meer, wo es niemand sieht?

Der Großteil, 6,4 Millionen Tonnen Kunstoff pro Jahr, wird in die Ozeane gekippt. Dort sterben jährlich ca. 100.000 Meeressäuger und über eine Million Seevögel, weil sie Plastik für Nahrung halten. Es sammelt sich am Grund oder schwimmt an der Oberfläche. Denn Kunststoff ist nicht biologisch abbaubar. Das dachte man zumindest bis jetzt.

Lösung in Sicht?

Forscher der Stanford University haben eventuell eine Lösung für dieses Problem gefunden.
Sie entdeckten, dass Mehlwürmer Polystyrol verdauen können! In ihrem Verdauungstrakt wandeln Mikroorganismen den Kunstoff in CO2 und biologisch abbaubare Exkremente um, die sogar als Dünger genutzt werden könnten.

Da ein Mehlwurm nur bis zu 40 mg Styropor pro Tag schafft, ist das Ziel der Forscher, die Mikroorganismen zu isolieren, um sie künstlich zu züchten oder weitere Insekten, die Plastik „recyceln“ können, zu finden.

Ob und wann das gelingt ist jedoch unsicher. Also heißt es weiterhin: wenn möglich auf Plastik verzichten, Einkaufstüten mehrmals verwenden und Müll sorgfältig trennen.

Wer sich Sorgen um die Tierchen macht: Nach einer einmonatigen Testphase wiesen die Mehlwürmer keine gesundheitlichen Schäden auf.

Quellen:
B5 aktuell
www.spektrum.de/news/mehlwuermer-verdauen-styropor/1368822
magazin.intel.de/naturliches-recycling-mehlwurmer-verwandeln-plastik-mull-in-biomasse/?linkId=17661375
www.plastic-planet.de

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