Sitzdisko im Kupferhaus

„Wir hören erstmal Musik“ sagt Nils Mohl und schaltet ‚Candy‘ von Iggy Pop ein.

Eine gute Minute ist nur der Song zu hören. „Was soll das werden?“, frage ich mich. Dann macht Mohl die Musik leiser und erklärt, dass diese Veranstaltung am Mittwoch in der 3.&4. Stunde keine normale Lesung, sondern eine Sitzdisko ist – er wird also Musik spielen, erzählen, was die einzelnen Songs mit seinem Buch „Mogel“ zu tuen haben und zwischendurch etwas vorlesen.

image

Wir erfahren, dass der Name des wichtigsten Mädchens aus dem Iggy Pop Song stammt.
Und die Idee der Konstellation mit vier Freunden, die eigentlich nicht zusammenpassen hat er aus dem Film „Stand by me“ – er spielt uns den gleichnamigen Song vor. Mit dem ein oder anderen aus verschiedenen Songs und Filmen gibt das dann insgesamt eine Geschichte über den fast 16-jährigen Miguel.

Miguel ist vor einiger Zeit aus einer Hochhaussiedlung in ein komfortables Reihenhaus gezogen – ein sozialer Aufstieg sozusagen. Als seine alten Freunde ihn besuchen kommen und sich verraten fühlen, weil Miguel fürs Bierpong-Spielen nur alkoholfreies Bier hat, entsteht eine verrückte Idee:
Miguel muss sich als Mädchen verkleiden und bis Mitternacht so bleiben.
Zu viert ziehen sie los und als Miguela trifft Miguel in dieser Nacht mehrfach Candy, auf die er heimlich steht und ihren derzeitigen Freund, den er nicht ausstehen kann.

Zwischendurch darf das Publikum auch Fragen stellen. Wir erfahren, wie Nils Mohl arbeitet, was ein Lektor macht und wie man als Autor sein Geld verdient – wenn man reich werden mag, sollte man sich lieber einen anderen Job suchen. Außerdem erklärt Herr Mohl auf Nachfrage den Titel: ‚Mogel‘ kommt von mogeln, was ja gut zu Miguels Verkleidung passt, und außerdem hört es sich fast wie Miguel an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.