Andreas Steinhöfel – Anders

imageAls wir am Dienstagabend zur Lesung ins Kupferhaus kommen, sitzt auf der Bühne ein Mann, breite Schultern, Halbglatze, relativ klein. Eigentlich würde ich nicht vermuten, dass dieser Mann Bücher schreibt, aber Andreas Steinhöfel ist eben anders. „Anders“, so heißt auch sein neues Buch, mit dem er sich von seinen witzigen Büchern über Rico und Oskar abgrenzen will.

Abwechslungsreich liest und erzählt er von Felix, dessen Unfall und seinem Leben danach. Ironischerweise verursachen seine überfürsorglichen Eltern durch ihre Bemühungen um Felix‘ Sicherheit und Wohlsein einen schweren Unfall. Den Unfall, der Felix ins Koma fallen lässt. Für 263 Tage, genau so lange wie seine Mutter mit ihm schwanger war. Als er aufwacht, erinnert er sich an nichts, was vor dem Unfall war. Und noch etwas hat sich verändert: Er kann eine Art farbige Aura an Menschen sehen und dadurch erkennen, wie es ihnen geht. Doch dadurch wirkt er für seine Mitmenschen seltsam, gar nicht mehr so wie früher. Er selbst sagt, er fühlt sich nicht mehr wie „Felix“. Felix war eingesperrt, aber er ist jetzt frei. Deswegen benennt er sich um, Felix heißt jetzt „Anders“. Und die, die Anders so hinnehmen wie er ist, werden auf die ein oder andere Weise von ihm belohnt.

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„Haben Sie Kinder?“ fragt eine Zuschauerin in der Frage-und-Antwort-Pause. Steinhöfel verneint und erzählt, dass ihm diese Frage oft unfreundlich mit dem Hintergedanken, dass nur Autoren, die selber Kinder haben, Kinderbücher schreiben können, gestellt wird. Dann lautet seine Gegenfrage: „Wie viele Leute muss ich denn abknallen, bevor ich meinen ersten Krimi schreiben darf?“

 

 

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